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Inhaltsverzeichnis

Lustvolles Verschweigen und Enthüllen

Eine Poetik der Darstellung sexuellen Handelns in der Literatur der Wiener Moderne

von André Schwarz

Cover_Schwarz
Verlag LiteraturWissenschaft.de (TransMIT)
Marburg an der Lahn 2012
272 Seiten
ISBN 978-3-936134-33-9

Preis: 19,80

Das Buch beschreibt die vielfältigen Techniken der Verhüllung, des Verschweigens, der Metaphorisierung, der Andeutung oder der offenen Provokation bei Darstellungen von Sexualität in Texten vor allem Arthur Schnitzlers, Felix Saltens, Peter Altenbergs und Hugo von Hofmannsthals.


Zum Inhalt

Wien hatte um 1900 den Ruf der „Welthauptstadt der Erotik“. Das kulturelle Milieu war auch in literarischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Bereichen durch ein intensives Interesse an der Sexualität geprägt. Die von André Schwarz rekonstruierte Poetik der Darstellung sexuellen Handelns in der Literatur der Wiener Moderne beschreibt die vielfältigen Techniken der Verhüllung, des Verschweigens, der Metaphorisierung, der Andeutung oder der offenen Provokation in Texten vor allem Arthur Schnitzlers, Felix Saltens, Peter Altenbergs und Hugo von Hofmannsthals. Die dort beschriebenen Lüste, so zeigt das Buch, dienen auch dazu, das sexuelle Begehren der Rezipienten zu stimulieren. Sie inszenieren dabei ein lustvolles Spiel mit unterschiedlichen Grenzen von Scham und Peinlichkeit. Und sie setzen sich darüber hinaus, angeregt nicht zuletzt durch Sigmund Freud, kritisch mit der zeitgenössischen Sexualwissenschaft und der damals dominierenden Sexualmoral auseinander.

Autor

André Schwarz, Jahrgang 1976, hat in Marburg Deutsche Sprache und Literatur, Politik- und Rechtswissenschaften studiert. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Neuere deutsche Literatur der Philipps-Universität und Redakteur bei der Online-Rezensionszeitschrift literaturkritik.de.

Inhaltsverzeichnis

A Einleitung 9

I Forschungsstand und Aufbau der Arbeit 9

1) Forschungslage 10

2) Aufbau der Arbeit 12

B Gesellschaftliche und ideengeschichtliche Rahmenbedingungen 15

I Historischer Hintergrund 15

II Gesellschaft und Sexualität 19

III Erotik, Sexualität und Pornografie – Über die Bestimmung und Instrumentalisierung von Begriffen 24

IV Exkurs: Die Sexualwissenschaft und das „Rätsel Weib“ 32

C Die literarische Darstellung sexuellen Handelns 39

I Heimliche Lust – das schwärmende Beobachten des anderen Geschlechts 39

1) Stereotypen: femme enfant und femme fragile 44

2) Die Negativierung der femme fragile in „Der Tod Georgs“ 55

II Erlaubte Lust – Die Sexualität in der Ehe 58

1) Der „Reigen“ und die Rezeption der Sexualwissenschaft 60

2) Konzeptionen der Liebe 67

3) Die Darstellung der Ehefrauen als „anständige Frau“ und Mutter 72

III Exkurs: Ältliche Jungfern, mondäne Frauen und süße Mädel?– drei Frauentypen zwischen Anerkennung und Ausschluss 79

1) Die „ältliche Jungfer“ 80

2) Die „mondäne“ Frau 83

3) Das „süße Mädel“ 86

IV Verbotene Sexualität – Die verführerische femme fatale und die Dirnen 92

1) Die Dirne 101

2) Reale Situation der Dirnen 104

V Inszenierungen 108

1) Orte der Frivolität – die Großstadt, der Prater und das chambre separee 108

2) Ein Luder aber keine Dirne – Selbstbilder 124

a) Das Be- und Entkleiden im „Reigen“ 127

b) Die Rolle des Be- und Entkleidens in „Fräulein Else“ 129

c) „Fräulein Else“ als Geschichte eines Missbrauchs? 138

d) Else als „Nuda Veritas“ 146

3) Die Hysterikerin und die Wahrheit – „Fräulein Else“ und „Elektra“ als Trägerinnen einer ,verfemten Wahrheit‘ 148

4) Die Träumer und das Begehren – Der Traum als Gegenwelt 162

a) Albertine 164

b) Berta Garlan 169

c) Fridolin 174

5) Von der Schau-Lust und der peinlichen Situation – Voyeurismus und Scham 176

a) Das Spiel der Verhüllung 180

b) Scham und Peinlichkeit 181

c) „Frau Beate und ihr Sohn“ und die „Traumnovelle“ 188

6) Der Skandal hinter dem Vorhang – Der „Reigen“ und das Spiel mit der Imagination des Rezipienten 193

a) Der Gedankenstrich 195

b) Der Prozess um den „Reigen“ als Sittenbild 198

7) „Nichts an einem Priester ist unrein“ – Gesellschafts- und Religionskritik bei Felix Salten 201

a) Kritik am Katholizismus 201

b) Proletariat und Sexualität 209

8) Der zerbrochene Degen – Darstellungen der Homosexualität und der fragilen Geschlechtsidentität 219

a) Sexuelles Erleben in Leopold Andrians „Garten der Erkenntnis“ 220

b) Sexuelles Erleben bei Schnitzlers „Leutnant Gustl“ 225

c) Gustl als „männlicher Hysteriker“ ? 229

9) Inszenierungen des Geschlechtsaktes 232

a) Der Akt als öffentliches Ereignis – Felix Saltens „Die Gedenktafel der Prinzessin Anna“ und „Der Schrei der Liebe“ 233

b) Maschinenwesen – die technisierte Beschreibung des Aktes in der „Josefine Mutzenbacher“ 240

D Schlussteil 243

E Literaturverzeichnis 251

F Abbildungen 267